Für viele Autokäufer ein Problem: Ist es besser, sich für einen billigen Neuwagen zu entscheiden oder für einen im Preis gleichen Gebrauchten? Dieser Fragestellung ist der ADAC jetzt nachgegangen. Das Ergebnis: Eine eindeutige Antwort gibt es nicht. Zu viele Faktoren spielen hier eine Rolle. Als Vergleichsbasis dienten dem Club drei Pärchen aus verschiedenen Fahrzeugklassen. Dabei wurde hauptsächlich auf die Punkte Kosten, Sicherheit, Wiederverkaufswert und Verbrauch geachtet. Bei den Kleinwagen traten der Chevrolet Matiz und ein gebrauchter Ford KA an, bei der unteren Mittelklasse der Dacia Logan gegen einen gebrauchten VW Golf IV und in der Klasse der Geländewagen wurde ein Hyundai Santa Fe mit einem älteren Mercedes ML 270 verglichen.

Für den Gebrauchtwagen spricht laut ADAC vor allem der hohe Wertverlust eines Neufahrzeugs in den ersten Jahren.

Frau mit Modellautos

Gebraucht oder neu, das ist hier die Frage!

Weitere Vorteile für den Kauf eines Gebrauchten: Für das gleiche Geld kann man eine höhere Fahrzeugklasse und damit meist mehr Komfort, bessere Fahrleistungen und oft auch mehr Sicherheitsausstattung bekommen. Bei der Versicherung reicht statt der Vollkasko eine billigere Teilkasko. Gerade für Fahranfänger sind auch die geringeren monatlichen Kosten interessant. Bei älteren Gebrauchtwagen ist allerdings mit einem höheren Reparaturrisiko zu rechnen.

Nicht alle Gebrauchten gehören zum alten Eisen

Neuwagenkäufer genießen den Vorteil, ein fabrikneues Fahrzeug in Besitz nehmen zu können. Ausstattungsdetails und Farbe können selbst bestimmt werden. Hinzu kommt, die zweijährige gesetzliche Sachmängelhaftung sowie die Tatsache, dass nur in neuen Fahrzeugen der jeweils aktuellste Stand der Technik eingebaut sein kann. Auch unter Umweltgesichtspunkten spricht vieles für ein Neufahrzeug. Ein großes Manko bei den Billig-Wagen ist das meist fehlende Fahrer-Assistenz-System ESP, das in der untersten Preisklasse oft nicht einmal als Zubehör erhältlich ist.

VW Golf

Der typische Gebrauchtwagen ist laut DAT rund sechs Jahre alt, hat rund 70 000 Kilometer auf dem Tacho und kostet 8400 Euro.

Unabhängig von der Frage, ob neu oder gebraucht empfiehlt der ADAC beim Kauf von Diesel-Fahrzeugen darauf zu achten, dass diese einen Partikelfilter haben oder zumindest dafür nachrüstbar sind. Gebrauchte, die keine Plakette im Rahmen der Feinstaubverordnung erhalten können, kommen als Alternative zum Billig-Neuwagen nicht in Frage.

Schlechte Noten für Gebrauchtwagen-Händler

Rund 50 Prozent der Gebrauchten würden bei Händlern gekauft. Bei einer ADAC-Stichprobe wurden je 23 markengebundene und freie Autohändler in den Ballungsgebieten München, Stuttgart, Köln, Hamburg, Berlin und Dresden getestet. ist jeder vierte Betrieb mit seinem Angebot glatt durchgefallen. Rund ein weiteres Viertel der 46 geprüften Händler kam über ein schwaches «durchschnittlich» nicht hinaus.

«Von den geprüften Autos waren zwei Drittel ihr Geld nicht wert», sagte ADAC-Experte Robert Sauter. «Nur ein Drittel der Fahrzeuge war mängelfrei.» Unterm Strich komme auf jeden sehr guten Händler ein schwarzes Schaf. Bei vielen Händlern stießen die ADAC-Tester auf Mängel bei Information und Service, aber auch bei der technischen Sicherheit der Autos. Allerdings sei keines der geprüften Fahrzeuge absolut verkehrsunsicher gewesen.

© ADAC / dpa